Geschichte
Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs durch Edmond de Stoutz gegründet, hat sich das Zürcher Kammerorchester schnell zu einem international beachteten Ensemble entwickelt und zählt heute zu den führenden Klangkörpern seiner Art. Regelmässige Einladungen zu internationalen Festivals, Auftritte in den bedeutenden Musikzentren Europas sowie ausgedehnte Konzerttourneen durch verschiedene europäische Länder sowie die USA und China belegen das weltweite Renommee des Zürcher Kammerorchesters, dessen breit gefächerte Arbeit auf zahlreichen CD-Einspielungen dokumentiert ist. Nachdem das Ensemble unter der zehnjährigen Leitung von Howard Griffiths seinen Rang als Klangkörper von internationaler Bedeutung seit Mitte der Neunzigerjahre nachhaltig festigen konnte, hat es mit Beginn der Saison 2006/07 Muhai Tang zu seinem neuen Künstlerischen Leiter und Chefdirigenten ernannt.
Obwohl sich das Zürcher Kammerorchester durch die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Spezialisten für Alte Musik seinen eigenen Platz in der Interpretation barocker Musik gesichert hat, liegt der Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit auf den Werken der Wiener Klassik. Neben Kompositionen von Haydn, Mozart und Beethoven hat das Zürcher Kammerorchester in den letzten Jahren wiederholt Werke vergessener Komponisten des 18. Jahrhunderts zur Diskussion gestellt und auf CD aufgenommen. Darüber hinaus pflegt das Zürcher Kammerorchester das Repertoire der Romantik und klassischen Moderne ebenso wie die Musik der Gegenwart, hat zahlreiche Uraufführungen gespielt und wiederholt mit Musikern aus anderen künstlerischen Bereichen wie Jazz, Volksmusik und populärer Unterhaltung zusammengearbeitet.
Neben den rund 40 Konzerten, die das Zürcher Kammerorchester pro Saison in seiner Heimatstadt bestreitet, ist es regelmässig auf den bedeutenden Konzertpodien der Schweiz und des benachbarten Auslands zu Gast. 2001 brachte das Zürcher Kammerorchester bei seinem ersten „Mozart-Fest“ sämtliche Klavierkonzerte des Salzburger Komponisten zur Aufführung, 2004 standen dann Mozarts Bläser- und Streicherkonzerte im Mittelpunkt. Im Jubiläumsjahr 2006 präsentierte das Zürcher Kammerorchester schliesslich einen repräsentativen Querschnitt durch das Gesamtschaffen Mozarts. Ein Konzertzyklus mit den fünf Klavierkonzerten von Beethoven war 2002 nicht nur in Zürich, sondern auch in Bern und Luzern zu hören. Apéro-Konzerte, Openair-Veranstaltungen, Kammermusik-Matineen sowie Kinder- und Weihnachtskonzerte runden das vielseitige künstlerische Profil des Zürcher Kammerorchesters ab.
Mit einer Stammbesetzung von 22 Streicherinnen und Streichern, die bei Bedarf um feste Zuzüger erweitert wird, kann das Zürcher Kammerorchester flexibel auf verschiedenste Besetzungen reagieren und gleichzeitig ein Höchstmass an künstlerischer Kontinuität wahren. Hat das Zürcher Kammerorchester in der Vergangenheit Musikerlegenden wie Claudio Arrau, Wilhelm Backhaus, Yehudi Menuhin oder Henryk Szeryng als Solisten gewinnen können, so musiziert es in der jüngeren Vergangenheit mit Künstlerinnen und Künstlern wie Vladimir Ashkenazy, Kathleen Battle, Joshua Bell, James Galway, Edita Gruberova, Hilary Hahn, Elisabeth Leonskaja, Mischa Maisky, Güher und Süher Pekinel, Mikhail Pletnev, Vadim Repin, Julian Rachlin, Fazil Say, Andreas Scholl, Gil Shaham oder Thomas Zehetmair.
Mit der Übernahme der Konzertreihe „Meisterzyklus“ hat sich das Zürcher Kammerorchester auch einen festen Platz als Konzertveranstalter in der Schweizer Musikszene gesichert. Im Sommer 2002 fand das Ensemble ausserdem ein ständiges Zuhause im eigenen „ZKO-Haus“, das nicht nur Sitz der Administration ist, sondern auch über einen Proben- und Konzertsaal verfügt.